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27. September 2021 - Marienschule Oberschule i.k.T., Cloppenburg

Marienschüler sprayen ein neues Altarbild

 

Künstler gestaltet Graffiti für Cloppenburger St.-Josef-Kirche / Zentrales Thema ist die „Schöpfung“

Von Christoph Heinzel

Cloppenburg. „Take my Hand“, ein Stück von Jerome, schallt über das Gelände der Marienschule in Cloppenburg. Hintergrundmusik für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a, die sich von dem Vechtaer Graffiti-Künstler Nils Freye Tipps geben lassen. „Schnipsen oder werfen“, sagt er. Mit dieser Technik – erst die gelbe Farbe auf die Finger, dann diese auf die blaue Leinwand schütteln – könne man schnell und problemlos einen Sternenhimmel schaffen.

 

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26 Oberschülerinnen und Schüler arbeiten an diesem Tag daran, das Bild „Schöpfung“ von Sieger Köder auf eine XXL-Leinwand zu übertragen. Diese soll später in der Kirche St. Josef einen Platz finden. „Ich versuche den Arbeitsprozess zu begleiten und Hilfestellung bei der Umsetzung zu geben“, erklärt Nils Freye seine Aufgabe. Er nennt seinen Beruf selbst selbstständiger Bildungsreferent für Jugendkultur und differenzsensible Didaktik.

Das Projekt ist für die Oberschüler Teil des Religionsunterrichtes. Seit Schuljahresbeginn beschäftigt sich die 9a mit der Schöpfungsgeschichte. Zwei Schulstunden haben die Jugendlichen dafür pro Woche Zeit. Lehrerin Theresa Nienaber und Schulseelsorger Manfred Quatmann planten und bereiteten den Aktionstag gemeinsam vor. Letzterer hat das Bild „Schöpfung“ von Sieger Köder während des Unterrichtes vorgestellt und eine Bildbesprechung durchgeführt.

Hintergrund: Der 2015 verstorbene Künstler und Theologe Sieger Köder wurde nach seinem Kunst- und Anglistikstudium „Zeichenlehrer und Lehrer für Schwäbisch-English“ (Selbstaussage) am Aalener Schubartgymnasium. Mit 40 Jahren quittierte der Oberstudienrat den baden-württembergischen Schuldienst und studierte Katholische Theologie in Tübingen und München. 1971 wurde Sieger Köder zum Priester geweiht. Nach vier Vikarsjahren in Ulm kehrte er 1975 auf die Ostalb zurück und war 20 Jahre lang Pfarrer in den beiden katholischen Kirchengemeinden Hohenberg und Rosenberg.

Die Biografie des Künstlers? Spannend. Das Bild des Künstlers? Interessant. Entsprechend gut kommt das Projekt bei den jungen Cloppenburgern an. „Das ist schon etwas Besonderes“, weiß auch Lehrerin Theresa Nienaber. „Unsere Schulleitung ist immer offen für solche Projekte.“ Es gehe bei der Veranstaltung unter anderem darum, gemeinsam als Klasse etwas zu schaffen. Und: „Durch die Arbeit an dem Bild wird das Thema Schöpfung vertieft.“ Manfred Quatmann sagt: „Das Projekt entspricht dem Ansatz des ganzheitlichen Lernens, welches die Marienschule verfolgt.“

Das Projekt gliedert sich in zwei Abschnitte. Im ersten Schritt stellen die Schüler die Schöpfung auf der XXL-Leinwand als Glaubensaussage dar. Dafür sei das Werk von Sieger Köder gut geeignet, meint Quatmann. „Das Bild sagt: 'Gott ist der Schöpfer.'“ Im zweiten Schritt sollen sich die Schüler weiter mit dem Bild auseinandersetzen. Gilt die Aussage noch? Und: Wie können wir die Welt retten, die Schöpfung bewahren? Die Antworten auf diese Fragen sollen in einem weiteren Bild verarbeitet werden. Eine Art Gegenentwurf, so Manfred Quatmann. Dazu würden er und Theresa Nienaber gerne im Januar oder Februar einen weiteren Projekttag veranstalten.

Das jetzt gesprayte Bild ist drei Meter hoch und 1,5 Meter breit. In vier Arbeitsgruppen wurden die Schüler eingeteilt. Ihr erster Auftrag: Die Schablonen müssen ausgeschnitten und vorbereitet werden. „Es macht sehr viel Spaß“, sagen Lisa und Emil vom Team „Adam und Eva“. „Ich finde sprayen sehr interessant. Es ist so frei und Fehler können einfach ausgebessert werden“, findet die 14-Jährige. Die Idee sei einfach cool. Mitschülerin Lea mag vor allem die Teamarbeit. Aber auch über den Inhalt des Werkes machen sich die Jugendlichen Gedanken: Die Menschen müssten mehr für Umwelt- und Klimaschutz machen, finden sie. Am Ende des Projekttages an der Oberschule ist das Gemälde fertig. Am Montag wird es während des Religionsunterrichtes in der Kirche angebracht. Später soll es um das zweite Werk ergänzt werden.

Der Artikel von Christoph Heinzel ist auch zu lesen unter: https://www.om-online.de/kultur/marienschuler-sprayen-ein-neues-altarbild-fur-die-kirche-st-josef-85147

Am 28.09.2021 wurde das Bild nun in die Kirche St. Josef gebracht. Dort soll es als Altarbild aufgehängt werden.