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26. September 2019

Vortrag der Organisation "Offenes Herz"

„Brich auf und werde Freiwillige(r)", unter diesem Motto waren am heutigen Donnerstag Donata und Victor von Jagwitz von der Organisation „Offenes Herz“ zu Gast in der Marienschule.

Die beiden Geschwister waren nach dem Abitur für zwei Jahre ins Ausland gegangen, um Freundschaft und Gemeinschaft mit denjenigen zu leben, die leiden und einsam sind.

Gegründet wurde die katholische Bewegung 1990 in Frankreich. Junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren aus verschiedenen Ländern wohnen für mindestens 14 Monate in kleinen Hausgemeinschaften zusammen und führen ein einfaches Leben, welches der Situation vor Ort angepasst ist.

Donata, die heute das Lehramt für Grundschulen in Berlin studiert, war nach dem Abitur nach Neapel in Italien gegangen. In einem Film, der während ihrer dortigen Anwesenheit zum 25-jährigen Jubiläum der Organisation gedreht wurde, stellte sie den freiwilligen Dienst und das Leben von Glauben in der Gemeinschaft vor. Oberstes Ziel war, mit Menschen Zeit zu verbringen und ihnen Freude und Fröhlichkeit zu schenken. So holten die Mitglieder der Organisation Jugendliche von der Straße und gründeten mehrere Jugendfußballvereine in Neapel. Voraussetzung war der Besuch der Schule und das Erreichen der Versetzung in die nächsthöhere Klasse.

Ihren Bruder Victor hatte es nach eigenen Angaben nach Argentinien verschlagen. Von einem auf den anderen Tag musste er spanisch lernen. Angekommen in Buenos Aires, bezog er sein Quartier im Armenviertel der Stadt. Er berichtete den Schülerinnen und Schülern von seinen dortigen Nachbarn und stellte die Kinder der Nachbarschaft auf Fotos vor. Dabei erzählte der heutige Student von dem kleinen Julian, dem jüngsten von fünf Kindern, dessen Vater Alkoholiker war und die Mutter im Gefängnis saß. Julian, der noch nicht schulreif ist, streicht am Vormittag allein durch die Straßen. Unter den Kindern gilt das Gesetz des Stärkeren. Eines Tages bekam er Kontakt zur Organisation und besucht von nun an die jungen Leute und hat sie in sein Herz geschlossen.

Zu einem weiteren Freund wurde der 13-jährige Juan Alberto, der bedingt durch Krankheit immer von den anderen Kindern abgelehnt und somit zum Einzelgänger wurde. Auch zuhause erhielt der Junge keine Liebe und Zuneigung und drohte so zu verkümmern. Da er sich aber für viele Dinge interessierte, fuhr Victor eines Tages mit ihm in ein nahegelegenes Naturschutzgebiet am Meer. Dieser Anblick ließ die Augen des Jungen leuchten. An Ostern spielte er dann auch in der Geschichte des Kreuzweges mit. Liebe, Zeit Freude und Fröhlichkeit haben die Jugendlichen der Gemeinschaft ihm geschenkt.

Die Organisation „Offenes Herz“ kann zwar die materielle Situation der Menschen in den armen Regionen der Welt nicht verbessern, aber sie kann mit den Menschen gemeinsam leben und ihnen Trost und Freude spenden. "Offenes Herz" will auf den größten Durst des Menschen antworten: "zu lieben und geliebt zu werden", so steht es auf deren Homepage.

Der Glaube spielt dabei eine wichtige Rolle. Finanziert wird dieses Projekt über Patenschaften und selbstgesuchte Sponsoren.